Digitale Lösungen eigenständig in KMU entwickeln Zukunftsprojekt Software4KMU

Einleitung

Digitale Lösungen sind für viele kleine und mittlere Unternehmen heute ein entscheidender Baustein für ihre Wettbewerbsfähigkeit. Der Einstieg in eigene Softwareprojekte bringt jedoch oft Herausforderungen mit sich: unklare Anforderungen, fehlende Erfahrung und begrenzte Ressourcen.

Symbolbild für digitale Werkzeuge: Kleiner Werkzeugkasten mit Schraubenzieher, Hammer und Maßband auf einer Computertastatur. © istock - Bet Noire

© istock - Bet Noire

An diesem Punkt setzt das Zukunftsprojekt Software4KMU an, das vom Mittelstand-Digital Zentrum Lingen.Münster.Osnabrück und vom Mittelstand-Digital Zentrum Augsburg bearbeitet wurde. Im Projekt wurde mit der SE-Toolbox (Software Engineering-Toolbox) ein praxisnahes Werkzeug entwickelt, das kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) dabei unterstützt, ihre digitalen Vorhaben von Beginn an zielgerichtet anzugehen.

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Welche Vorteile hat ein eigenes Software-Engineering in KMU?

Kleine und mittlere Unternehmen kennen ihre Abläufe, Herausforderungen und Besonderheiten besser als jede externe Beratung. Genau hier liegt ein oft ungenutztes Potenzial: Wer Softwareprojekte intern steuert, kann Bedarfe präziser erfassen, Probleme frühzeitiger erkennen und passgenaue Lösungen entwickeln. Entscheidend dafür ist, dass relevantes Praxiswissen strukturiert in den Software-Entstehungsprozess einfließen kann.

Eigenes Software Engineering bedeutet nicht, alles selbst programmieren zu müssen. Es bietet aber grundlegende Vorteile:

  • Bedarfe können rechtzeitig erkannt werden.
  • Know-how und Entscheidungsfähigkeit bleiben im Betrieb.
  • Anforderungen werden durch firmeninternes Wissen genauer definiert.
  • Abhängigkeiten werden reduziert.

Der Aufbau dieser Kompetenzen ist ein lohnender Schritt – nicht nur für einzelne Projekte, sondern als strategische Investition in die digitale Zukunft des Unternehmens.

Ausgangslage: Softwareprojekte müssen initiiert werden

Ausgangslage: Softwareprojekte müssen initiiert werden

KMU sehen sich typischerweise mit der Herausforderung konfrontiert, Softwareprojekte initiieren zu müssen, ohne auf eine umfangreiche IT-Abteilung oder tiefgehendes IT-Fachwissen zurückgreifen zu können. Oft fehlen insbesondere passgenaue, praxisnahe Empfehlungen für den Einstieg in ein eigenes Softwareprojekt und für die Qualitätssicherung. Gefragt ist vor allem eine konkret umsetzbare Unterstützung für die praktische Anwendung.

Lösung: Mit der SE-Toolbox eigene Softwareprojekte umsetzen

Die in Zukunftsprojekt entwickelte SE-Toolbox, unterstützt eine strukturierte Planung und Umsetzung von Softwareprojekten, ohne dass bereits fundiertes Expertenwissen zu Software-Projekten im Unternehmen vorhanden sein muss. Von der Toolbox profitieren sowohl Personen ohne IT-Vorkenntnisse als auch IT-Erfahrene in KMU, in Start-ups, in öffentlichen Einrichtungen oder in der Selbstständigkeit. Die SE-Toolbox eröffnet eine neue Herangehensweise an ihre Softwareprojekte.

Der besondere Fokus der Toolbox liegt auf den Themen Anforderungsmanagement und Qualitätssicherung – zwei entscheidende Erfolgsfaktoren für Softwareprojekte. Gerade in diesen Bereichen zeigt sich, wie wichtig eine gute Vorbereitung und eine strukturierte Herangehensweise sind, unabhängig davon, ob Standardsoftware eingeführt, individuelle Lösungen entwickelt oder interne IT-Prozesse gestaltet werden. Die Vorlagen und Hilfestellungen der SE-Toolbox bieten ihren Nutzern flexible und pragmatische Wege zum Erreichen individuell angepasster Ergebnisse. Vorkenntnisse im Software Engineering sind nicht nötig.

Die SE-Toolbox hilft dabei,

  • Softwareprojekte strukturiert aufzusetzen,
  • Anforderungen verständlich zu kommunizieren,
  • Stolperfallen in Softwareentwicklungsprojekten zu vermeiden und
  • den Projektfortschritt jederzeit im Blick zu behalten.

Handlungsbedarf für KMU

Viele KMU setzen sich aktiv mit der Digitalisierung auseinander, doch in der Umsetzung fehlt es oft an passenden Vorgehensweisen. Unzureichend formulierte Anforderungen können zu Verzögerungen, Mehraufwand oder ungeeigneten Softwarelösungen führen. Gleichzeitig steigt die Erwartung, dass Digitalisierung und digital unterstützte Prozesse effizientes Arbeiten ermöglichen.

Um dem gerecht zu werden, wird grundlegendes Softwareverständnis im Unternehmen zunehmend wichtig – nicht nur für einzelne Projekte, sondern auch für die langfristige Wettbewerbsfähigkeit.

Die SE-Toolbox bietet dafür eine praxistaugliche Unterstützung: verständlich, modular und ohne spezielle Vorkenntnisse nutzbar. Um den sich wandelnden Anforderungen in der Praxis gerecht zu werden, wird die Toolbox kontinuierlich im Rahmen von Mittelstand-Digital weiterentwickelt.

Praxiseinblick: Wie KMU S4KMU erfolgreich nutzen

Michael Schnaider:
Mittelstand-Digital Zentrum Lingen.Münster.Osnabrück

Porträt

© Michael Schnaider

„Das Zukunftsprojekt Software4KMU bündelt das Erfahrungswissen aus 20 Jahren Forschung und 15 Jahren Praxis bei der Umsetzung von Softwareprojekten in einer digitalen Plattform für KMU. Die in der Plattform vorgenommene Fokussierung auf die Aspekte Anforderung und Qualität ermöglicht KMU einen pragmatischen Zugang zur komplexen Themenwelt des Software Engineering. Die Plattform hilft mit anschaulichen Beispielen, praktischen Vorlagen und thematischen Erläuterungen, die Herausforderungen von Softwareprojekten besser zu verstehen und zu adressieren. Dadurch können z. B. Mehraufwände durch fehlende oder zu späte Abstimmung minimiert werden, ohne dogmatisch eine bestimmte Engineering-Methodik vorzugeben.

Bereits während der Entwicklungszeit der Plattform waren KMU aus unterschiedlichen Branchen als Peergroup eingebunden. Sie haben den Prozess der Ausgestaltung des extrahierten Wissens begleitet und mit eigenen Erfahrungen und Schwerpunktsetzungen ergänzt. Mit dem Projektende steht KMU und interessierten Unternehmen eine öffentlich zugängliche Plattform unter https://se-toolbox.info  zur Verfügung, die für die Bearbeitung von Softwareauswahl- und Software-Entwicklungsprojekten genutzt werden kann."

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Beteiligte Mittelstand-Digital Zentren:

Mittelstand-Digital Zentrum Lingen.Münster.Osnabrück

Mittelstand-Digital Zentrum Augsburg

Laufzeit:01.01.2024 – 31.03.2025
Website:https://se-toolbox.info/toolbox
Projektziel:Bereitstellung einer öffentlich zugänglichen Wissensressource für KMU. Dabei soll die Umsetzung digitaler Produkte, der generelle Kompetenzaufbau und das Verständnis für notwendige Anforderungen gefördert werden.

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mittelstand-digital@dlr.de