- Malware (von „malicious software“, deutsch „Schadsoftware“) umfasst jegliche Art von schädlicher Software wie Viren, Würmer und Trojaner, die darauf abzielt, Systeme zu infizieren und Daten zu stehlen oder zu zerstören.
- Bei Ransomware (von „ransom software“, deutsch „Erpressungssoftware“) handelt es sich um eine Schadsoftware, die Dateien verschlüsselt und für deren Freigabe die Angreifer dann ein Lösegeld fordern. Laut BSI-Bericht sind 91 Prozent der von Ransomware betroffenen Betriebe mittelständische Unternehmen. Marc Dönges warnt: „Ein erfolgreicher Cyberangriff mit Ransomware kann schnell sehr teuer werden, insbesondere für kleine und mittlere Unternehmen. Denn zum Lösegeld kommen in jedem Fall auch Kosten für die Wiederherstellung der Daten und des IT-Systems hinzu. Weitere Schäden entstehen dadurch, dass Produktions- und Lieferzeiten nicht eingehalten werden können. Die Reputation des Unternehmens leidet zudem oft allein durch den Umstand, den Angriff nicht wirksam verhindert haben zu können.“
- Adware (von „advertising software“, deutsch „Werbesoftware“) ist zwar weniger zerstörerisch, aber dennoch störend. Diese Software zeigt unerwünschte Werbung an und kann persönliche Daten ausspionieren.
- Trojaner (in Anspielung auf das Trojanische Pferd aus der griechischen Mythologie) sind Schadsoftwares, die sich als nützliche Software tarnen und Angreifern den Zugriff auf das System ermöglichen.
- DoS- und DDoS-Angriffe zielen darauf ab, Systeme durch Überlastung unzugänglich zu machen. DoS steht für „Denial of Service“ („Dienstverweigerung“), DDoS für „Distributed Denial of Service“ („Verteilte Dienstverweigerung“). Während bei DoS-Angriffen der Ursprung der Attacke meist leicht zu identifizieren ist, erfolgen DDoS-Attacken gleichzeitig von vielen verteilten Quellen aus, sodass sie noch schwieriger abzuwehren sind.
- Spyware (von „spy software“, deutsch „Spähsoftware“) überwacht heimlich Benutzeraktivitäten und entwendet sensible Daten.
- Computerwürmer verbreiten sich selbstständig über Netzwerke und können erhebliche Schäden verursachen, etwa indem sie IT-Netzwerke lahmlegen.
- Kennwort- und Brute-Force-Angriffe („brute force“, deutsch „mit roher Gewalt“) versuchen, Passwörter zu knacken, um unbefugten Zugriff zu erlangen.
- Man-in-the-Middle-Angriffe (MitM, deutsch „Mann in der Mitte“) fangen die Kommunikation zwischen zwei Parteien ab und manipulieren sie.
Social-Engineering-Methoden
Social-Engineering-Angriffe sind besonders gefährlich, da sie den Menschen als Schwachstelle ins Visier nehmen. „Social-Engineering-Attacken können viele Formen haben“, erklärt Michelle Walther, Social-Engineering-Expertin vom Mittelstand-Digital Zentrum Fokus Mensch. „Die wohl bekannteste Art sind Phishing- beziehungsweise Spear-Phishing-E-Mails. Da Menschen oftmals beim Beantworten von E-Mails unter Zeitdruck stehen und durch KI die Phishing-E-Mails immer besser werden, ist es schwierig, diese E-Mails als Social-Engineering-Attacken zu enttarnen.“
Beim Phishing (abgeleitet vom englischen „fishing“, deutsch „Fischen“) versuchen die Angreifenden, sensible Informationen wie Passwörter oder Kreditkartendaten zu erlangen, indem sie sich etwa per E-Mail als vertrauenswürdige Person oder Institution ausgeben und die Herausgabe sensibler Daten erschleichen. Das klappt erstaunlich oft. „Laut Studien öffnen 47 Prozent der Nutzenden Phishing-E-Mails“, erläutert Marc Dönges, „und 31 Prozent klicken auf schädliche Inhalte.“
Spear-Phishing („spear“, deutsch „Speer“, im Sinne von „zielgerichtetes Phishing“) geht noch einen Schritt weiter und richtet sich gezielt gegen bestimmte Personen oder Organisationen, oft durch umfangreiche Recherche verstärkt. Eine Variante davon ist das sogenannte Smishing (Zusammensetzung aus „SMS“ und „Phishing“), bei dem die Kriminellen gefälschte Textnachrichten zur Erbeutung von Daten versenden. Zudem gibt es Phishing-Websites, die echte Websites imitieren, um Anmeldedaten zu stehlen. Eine weitere Form des Social Engineering ist der sogenannte Romance-Fraud („Liebesbetrug“), bei dem Täter Scheinbeziehungen eingehen, um Opfer emotional zu manipulieren und finanziell auszubeuten. „Beim Romance-Fraud machen sich Kriminelle zunutze, dass viele Menschen einsam sind und sich deshalb täuschen lassen“, führt Michelle Walther aus. „Diese Masche betrifft zwar vornehmlich Privatpersonen, wird aber auch zur Unternehmensspionage genutzt, um an Informationen zu gelangen.“