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Wie gelingt digitale Transformation im Mittelstand konkret? In der täglichen Zusammenarbeit mit kleinen und mittleren Unternehmen entwickeln die Mittelstand-Digital Zentren praxiserprobte Lösungen für reale betriebliche Herausforderungen. Die daraus gewonnenen Erkenntnisse fließen unmittelbar in Beratung und Begleitung ein und werden kontinuierlich weiterentwickelt.

Die Begleitforschung zum Förderschwerpunkt Mittelstand-Digital hat die Zentren eingeladen, besonders gelungene Transferbeispiele einzureichen, die neben ihrer praktischen Wirksamkeit auch einen Beitrag für Wissenschaft und Forschung leisten. Ziel war es, Ansätze sichtbar zu machen, die neue Fragestellungen eröffnen, methodische Impulse setzen oder weiterführende Untersuchungen ermöglichen. Die gesammelten Beispiele wurden zu einer Publikation zusammengefasst, die Sie am Ende dieses Blogbeitrags oder rechts im Seitenbereich finden.

Digitale Lösungen für konkrete betriebliche Herausforderungen

Die ausgewählten 13 Beispiele zeigen, wie Unternehmen digitale Technologien einführen, Prozesse neu gestalten, Kompetenzen aufbauen und fundiertere Entscheidungen treffen. Thematisch reichen sie von KI-Readiness-Analysen über Qualitätskontrolle, Prozessoptimierung und Automatisierung bis hin zu Wissensmanagement, AR-gestützter Qualifizierung und Co-Creation-Formaten. Analyseinstrumente wie FrAIa oder der KI-Schnell-Check helfen, Handlungsfelder systematisch zu identifizieren und Prioritäten abzuleiten. Projekte zur KI-gestützten Angebotskalkulation und zur Prozesszeitenermittlung verbessern die Datengrundlage betrieblicher Planung und reduzieren wirtschaftliche Risiken.

Weitere Beispiele belegen konkrete Effizienzgewinne: Die Optimierung von Lager und Kommissionierung verkürzt Laufwege deutlich, während die KI-gestützte Bewertung der Einlagerungsrate subjektive Prüfverfahren durch objektive Klassifikationen ersetzt. Ein lokaler KI-Chatbot stärkt das interne Wissensmanagement und ermöglicht datensouveräne Informationsnutzung.

Im Bereich Qualifizierung strukturieren Ansätze wie das AR-Lernsystem easyARguide betriebliche Lernprozesse neu. Das KI-Konvoi-Projekt mit der Druckbranche zeigt, wie kooperative Netzwerkformate branchenweite Kompetenzentwicklung fördern. Mit ReadE: ESG-Readiness Network rückt zudem die digitale Bewertung der Energieeffizienz von Gewerbeimmobilien in den Fokus und verbindet Digitalisierung mit regulatorischen und nachhaltigkeitsbezogenen Anforderungen.

Branchenvielfalt und wissenschaftliche Anschlussfähigkeit

Die Beispiele stammen aus unterschiedlichen Branchen – darunter Produktion, Handwerk, Druck- und Medienwirtschaft, Logistik, Immobilienwirtschaft sowie Tourismus und Handel. Insgesamt zeigen sie, dass Transfer mehr bedeutet als Technologieeinführung. Erfolgreiche Digitalisierungsunterstützung verbindet technologische Lösungen mit Organisationsentwicklung, Kompetenzaufbau und strategischer Weiterentwicklung. Zugleich eröffnen die Projekte vielfältige Anknüpfungspunkte für Wirtschafts-, Innovations-, Arbeits- und Nachhaltigkeitsforschung.

Die 13 Transferbeispiele

Diese Themen sind in der Publikation enthalten:

  1. Zukunftsprojekt EILE – Energiewissen und intelligente Anwendung
    Gemeinsam mit Unternehmen wurde ein praxisnahes Vorgehensmodell für Energieverbrauchsmessung und den Aufbau eines Energiemanagementsystems entwickelt. Die offene Bereitstellung von Methoden, Tools und Open-Source-Komponenten erleichtert die Übertragung auf weitere Unternehmen und unterstützt die datenbasierte Umsetzung von Energieeffizienzmaßnahmen. Mehr auch hier.
  2. KI zur objektiven Bewertung der Einlagerungsrate
    Eine KI-gestützte Lösung automatisiert die Qualitätskontrolle galvanisierter Bauteile und ersetzt subjektive Sichtprüfungen durch reproduzierbare Klassifikationen. Der Ansatz zeigt exemplarisch, wie sich manuelle Prüfprozesse in KMU datenbasiert standardisieren lassen.
  3. Zukunftsprojekt easyARguide – AR-gestütztes Lernen
    easyARguide ermöglicht es, Lerninhalte als adaptive AR-Anwendungen aufzubereiten und direkt am Arbeitsplatz bereitzustellen. Das Zusammenspiel aus Technologie und didaktischem Konzept eröffnet neue Wege für arbeitsplatznahe Qualifizierung im Mittelstand. Mehr auch hier.
  4. KI-Schnell-Check
    Der KI-Schnell-Check ermöglicht KMU eine strukturierte Einschätzung ihrer KI-Readiness in einem kompakten Analyseverfahren. Die standardisierte Erhebung und qualitative Auswertung schaffen Vergleichbarkeit und liefern Unternehmen eine fundierte Grundlage für strategische Entwicklungsentscheidungen im Bereich KI.
  5. Zukunftsprojekt ReadE – ESG-Readiness Network
    ReadE entwickelt eine digitale Prozesskette zur Bewertung der Energieeffizienz von Gewerbeimmobilien. Der Ansatz verbindet regulatorische Anforderungen mit automatisierter Datenerhebung und bietet eine übertragbare Lösung für nachhaltigkeitsbezogene Transformationsprozesse. Mehr auch hier.
  6. Prozess- und KI-gestützte Datenanalyse
    Systematisch erfasste Fertigungszeiten fließen in eine KI-basierte Kostenschätzung für Neuaufträge ein. Das Vorhaben demonstriert, wie betriebliche Prozessdaten zur Reduzierung von Kalkulationsrisiken genutzt werden können.
  7. KI-Konvoi-Projekt mit der Druckbranche
    Im KI-Konvoi-Projekt erprobten 16 mittelständische Druckunternehmen gemeinsam mit drei Mittelstand-Digital Zentren praxisnahe KI-Anwendungen für Marketing, Wissensmanagement und Prozessautomatisierung. Das kooperative Lernformat zeigt, wie branchenweite Qualifizierung, Erfahrungsaustausch und gemeinsame Entwicklung erste KI-Use-Cases ermöglichen und den Einstieg in eine langfristige KI-Strategie erleichtern.
  8. Lokal betreibbarer KI-Chatbot
    Ein lokal betriebener RAG-Chatbot macht internes Unternehmenswissen sicher und effizient nutzbar. Das Beispiel zeigt, wie generative KI unter Wahrung von Datenschutz und IT-Souveränität produktiv eingesetzt werden kann.
  9. Selbstcheck FOKUS: Generative KI
    Der Selbstcheck unterstützt KMU dabei, ihre Ausgangslage im Umgang mit generativer KI strukturiert zu bewerten. Die systematische Analyse schafft Orientierung für einen strategischen und verantwortungsvollen Einsatz generativer KI in Arbeitsprozessen, Produktentwicklung und Kundeninteraktion.
  10. Selbstcheck FOKUS: KI-Readiness
    Der Selbstcheck unterstützt Unternehmen dabei, ihre KI-Readiness strukturiert zu bewerten. Die systematische Analyse schafft Transparenz über strategische, organisatorische und technologische Voraussetzungen und liefert konkrete Ansatzpunkte für eine verantwortungsvolle und nachhaltige Einführung von KI.
  11. Franken Analyse für den Einsatz von Künstlicher Intelligenz (FrAIa)
    FrAIa unterstützt Unternehmen dabei, KI-Anwendungsfälle strukturiert zu identifizieren, zu bewerten und zu priorisieren. Das entwickelte Vorgehensmodell bietet eine systematische Grundlage, um Entscheidungsprozesse zur KI-Einführung im Mittelstand vergleichbar zu machen.
  12. Optimierung von Lager und Kommissionierung durch Digitalisierung
    Durch die Analyse und Neugestaltung von Lager- und Kommissionierprozessen konnten Laufwege bei der Kommissionierung um mehr als 50 Prozent reduziert werden. Das strukturierte Vorgehen zeigt, wie digitale Prozessanalysen in Beschaffung und Logistik konkrete Effizienzgewinne im Mittelstand ermöglichen.
  13. Escape Challenge Tourismus
    Die Escape Challenge Tourismus vermittelt KMU spielerisch den praktischen Nutzen digitaler Technologien wie KI, AR, 3D-Druck und Plattformlösungen. Das interaktive Format schafft einen niedrigschwelligen Zugang zu digitalen Innovationen und zeigt praxisnah, wie diese Prozesse, Produkte und das Gästeerlebnis im Tourismus verbessern können.

Kontakt

Bei Rückfragen zu den Daten und Inhalten wenden Sie sich an:

Begleitforschung für den Förderschwerpunkt Mittelstand-Digital

begleitforschung@ramboll.com