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Wenn sich Unternehmen mit dem Thema Digitalisierung beschäftigen, stellt sich für die Geschäftsführung sowie die Mitarbeitenden früher oder später sicherlich die Frage, wie digital das eigene Unternehmen bereits ist – vielleicht auch im Vergleich zu anderen Unternehmen. In Wissenschaft und Praxis hat sich der Begriff des „digitalen Reifegrads“ etabliert, der genau dies messbar machen soll.
Digitaler Reifegrad – was ist das überhaupt?
Im Zuge der Digitalisierung werden neue Technologien und Lösungen im Unternehmen integriert und umgesetzt. Damit verändern sich auch die Arbeitsweise und die Unternehmenskultur. Das Unternehmen befindet sich in einem Prozess der digitalen Transformation. Der digitale Reifegrad eines Unternehmens gibt wieder, wie weit das Unternehmen in diesem Prozess fortgeschritten ist. Kurz gesagt: Je höher der digitale Reifegrad, desto digitaler das Unternehmen.
Wie lässt sich der digitale Reifegrad eines Unternehmens bestimmen?
Der digitale Reifegrad wird mit Hilfe von digitalen Reifegradchecks (auch digitale Reifegradmodelle oder Digital Maturity Models genannt) erhoben. Er wird, in den meisten Fällen, anhand von Fragen bzw. Aussagen ermittelt, die im Rahmen einer Selbsteinschätzung ablehnend oder zustimmend zu beantworten sind. Durch die Ablehnung bzw. Zustimmung wird erfasst, welche Schritte ein Unternehmen im Prozess der digitalen Transformation bereits durchlaufen hat. Zu bewertende Aussagen sind z. B. „Die digitale Transformation unseres Unternehmens folgt einem definierten strategischen Plan.“ oder „Wir bilden unsere Mitarbeiter aktiv im Bereich der Digitalisierung weiter.“
Dabei geht jeder digitale Reifegradcheck einen etwas anderen Weg – sowohl inhaltlich als auch bei der Anzahl der zu bewertenden Fragen bzw. Aussagen. Thematisch beziehen sich die meisten digitalen Reifegradmodellen in ihren Fragen jedoch auf die Mitarbeitenden, Organisation, Prozesse, Strategie, Produkte und Dienstleistungen, Kunden und Lieferanten, IT-Sicherheit sowie Technologie und Infrastruktur. [1]
Um aus den Bewertungen der Fragen bzw. Aussagen einen Reifegrad bestimmen zu können, müssen die Antworten operationalisiert, d.h. messbar gemacht werden. Die Antworten werden daher mit einem Punktwert versehen. Wird den Fragen bzw. Aussagen nicht zugestimmt, gibt es wenige Punkte. Bei Zustimmung gibt es viele Punkte. Aus der Gesamtpunktzahl ergibt sich ein Wert, der als digitaler Reifegrad bezeichnet wird.
Warum sollten Unternehmen ihren digitalen Reifegrad kennen?
Für kleine und mittlere Unternehmen können digitale Reifegradchecks vor allem dann eine Hilfestellung bieten, wenn sich aus den Ergebnissen individuelle Handlungsempfehlungen ableiten lassen. Wichtiger als der IST-Zustand ist ohnehin der SOLL- bzw. KANN-Zustand beim digitalen Reifegrad. Mit Hilfe des digitalen Reifegrades können Entscheiderinnen und Entscheider in Unternehmen erkennen, in welchen Bereichen das Unternehmen bereits gut aufgestellt ist und wo möglicherweise Handlungsbedarf besteht. Durch individuelle Handlungsempfehlungen, die der Check im Idealfall gleich mitliefert, können dann notwendige Schritte zur Verbesserung angegangen werden.
Dabei ist jedoch zu beachten, dass in einem so dynamischen Prozess wie der digitalen Transformation der aktuell höchste digitale Reifegrad keinen Endzustand, sondern ebenfalls nur eine Momentaufnahme darstellt.
Wo können Unternehmen ein digitales Reifegradmodell zur Rate ziehen?
Es gibt zahlreiche Angebote, die versprechen, den digitalen Reifegrad eines Unternehmens zu ermitteln. Weil in jedem Check der digitale Reifegrad etwas anders definiert wird, wird jeder Reifegradcheck etwas andere Fragen stellen und damit möglicherweise auch einen etwas anderen digitalen Reifegrad ausweisen. Entscheidend bleibt jedoch, dass Handlungsbedarfe aufgedeckt und vom Unternehmen angegangen werden können. Mit den Reifegradchecks der Zentren im Netzwerk Mittelstand-Digital wird daher nicht nur der digitale Reifegrad ermittelt. Es werden auch gleich Handlungsempfehlungen und passende, kostenfreie Angebote mitgeliefert.
Und welchen digitalen Reifegrad hat Ihr Unternehmen?